Kurkuma – Anwendung und Wirkung

Kurkuma Wirkung, Anwendung Vorkommen

Kurkuma wird neben der medizinischen Verwendung auch als Gewürz, Tee oder in Kosmetikprodukten verwendet.
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Ob bei Entzündungen, gegen Demenz und Alzheimer, zur Stärkung des Immunsystems, bei arthritischen Erkrankungen oder vorbeugend vor einem Schlaganfall oder Herzinfarkt – Kurkuma werden eine ganze Reihe an gesundheitsförderlichen Eigenschaften nachgesagt. Die gelblich-orange Wurzel ist ein wahres Allround-Talent in der Krankheitsprävention und -behandlung und in Ländern wie Indien oder China schon seit Jahrtausenden als wirksames Heilmittel bekannt. Die nachgewiesene gesundheitsfördernde Wirkung der Knolle beruht insbesondere auf dem enthaltenen Wirkstoff Curcumin. Neben ihrer Eigenschaft als medizinisches Heilmittel wird Kurkuma auch als Bestandteil von Curry-Mischungen zur Würzung von Speisen, in Form von Tees und in der Kosmetik eingesetzt.

Kurkuma: Botanik und Vorkommen

Kurkuma Pflanze Botanik Vorkommen

Kurkuma (Curcuma longa) auch als Gelbwurz oder indischer Safran bekannt, gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae).
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Kurkuma, deren botanischer Name Curcuma longa lautet, ist auch als Gelbwurz oder indischer Safran bekannt. Sie gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Die Pflanze gedeiht mehrjährig und weist in ihrer knolligen Gestalt ähnlich wie Ingwer fingerartige Verzweigungen am Rhizom auf.

Kurkuma wächst in tropischen und subtropischen Berggebieten in Asien und der Karibik. Besonders großflächig wird Kurkuma in Indien angebaut. Die Pflanze hat einen hohen Feuchtigkeitsbedarf und benötigt einen nährstoffreichen Boden. Es dauert bis zu zehn Monate, bis aus dem Setzling eine vollwertige Pflanze herangewachsen ist, deren Knollen geerntet werden können.

Kurkuma bildet große Blätter aus, das Rhizom selbst gedeiht unter der Erde. Es wird nach der Ernte zur weiteren Verwendung gesäubert, überbrüht oder gekocht und schließlich zerteilt. Je nach Verwendung wird es zu Pulver verarbeitet oder als Wurzel in seiner Form belassen.

Der Hauptwirkstoff von Kurkuma ist Curcumin, das entzündungshemmend, antioxidativ und schmerzstillend wirkt. Darüber hinaus weist Kurkuma vergleichsweise hohe Magnesium- und Calcium-Werte auf. Die Knolle enthält knapp fünf Prozent ätherische Öle, Ferulasäure, Kaffeesäure und Derivate von Kaffeesäure. Außerdem besteht die Pflanze aus Polysacchariden, also Zuckermolekülen, und Stärke.

Verwendung als Gewürz

Getrocknet und zu Pulver verarbeitet ist Kurkuma als Gewürz Bestandteil der meisten Currys. Es gibt etwa indischen Currys oder gelben Thai-Currys die typische, intensive gelbe Färbung. Kurkuma schmeckt leicht erdig-bitter und würzig. Anders als Ingwer weist es wenig Schärfe auf.

Besonders in Indien ist Kurkuma als Gewürz in sehr vielen Speisen enthalten. Es wird auch zum gezielten Färben von Gerichten, etwa Paella, verwendet. Auch in der marokkanischen Küche hat Kurkuma einen festen Platz als Gewürz. Auch zur intensiveren Färbung von Desserts kann Kurkuma genutzt werden. Aus der thailändischen Küche ist das Gewürz ebenfalls nicht wegzudenken. Kurkuma eignet sich darüber hinaus gut zum Würzen von Reisgerichten, Fleischgerichten oder Ragouts.

Die medizinische Wirkung von Kurkuma

Kurkuma Wirkung Gesundheit

Kurkuma bietet vielfältige medizinische Anwendungsmöglichkeiten
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In der ayurvedischen Heilkunde ist Kurkuma bereits seit Jahrtausenden von Jahren für ihre heilsame Wirkung bekannt und geschätzt. Auch in der westlichen Welt setzt sich das Wissen um die gesundheitsförderlichen Eigenschaften der orangefarbenen Knolle immer stärker durch, weshalb sich Kurkuma einer immer größeren Beliebtheit erfreut – nicht nur als schmackhaftes Gewürz, sondern insbesondere auch wegen seiner vielseitigen Wirkung auf den menschlichen Körper.

Die positive Wirkung auf die Gesundheit verdankt Kurkuma vor allem dem enthaltenen Wirkstoff Curcumin, der entzündungshemmend wirkt. Die Knolle gilt als heilsam bei Entzündungen jeglicher Art, sowohl in der Behandlung bereits bestehender Erkrankungen als auch in der Prävention. Kurkuma wirkt zudem antioxidativ, was bei degenerativen Erkrankungen wie Gelenkserkrankungen, etwa Rheuma oder Arthrose, förderlich ist. Auch natürliche Alterungsprozesse können dadurch verlangsamt werden.
Curcumin hat darüber hinaus eine schmerzlindernde und krebshemmende Wirkung und kann dabei helfen, die Knochen zu stärken.

Die Wirkung gegen Krebs konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden. Besonders gegen Hautkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs, Lungenkrebs und Prostatakrebs kann das Gewürz förderlich sein. Kurkuma kann sowohl vorbeugend gegen Krebs als auch bei einer bestehenden Krebserkrankung angewendet werden. Kurkuma wirkt einerseits antioxidativ, was die Entstehung und Ausbreitung von Krebszellen verhindern kann. Sie stärkt andererseits das Immunsystem, das folglich der Krebserkrankung besser trotz kann. Kurkuma soll zudem die Entstehung und Ausbreitung von Metastasen hemmen und für die körpereigene Zerstörung der Krebszellen förderlich sein.

Kurkuma kann darüber hinaus die Zahngesundheit verbessern und bei Erkrankungen der Leber positive Eigenschaften entfalten. Auch Gallensteinen soll der Wirkstoff Curcumin vorbeugen und bei Pilzinfektionen helfen. Die Liste der gesundheitsförderlichen Merkmale geht noch weiter: Dank der oxidationshemmenden Wirkung soll der Verzehr von Kurkuma einem Schlaganfall und Herzinfarkten vorbeugen. Selbst bei Osteoporose soll die gelbe Knolle helfen, weil sie knochenstärkend wirkt.

Weil der Wirkstoff Curcumin die Blut-Hirn-Schranke passieren kann, kann Kurkuma auch bei der Behandlung von Alzheimer, Demenz und Multipler Sklerose eingesetzt werden. Auch im Fall von Verdauungsbeschwerden kann Curcumin hilfreich sein, ebenso bei der Behandlung von Akne, bei Kreislaufbeschwerden und Impotenz. Das Immunsystem wird durch den Verzehr von Kurkuma gestärkt.

Bei Verdauungsproblemen und Magenschmerzen ist Kurkuma ebenfalls hilfreich. Blähungen und ein Völlegefühl können dadurch gemindert werden.

Mittlerweile ist Kurkuma zur Einnahme bei gesundheitlichen Beschwerden oder zur Prävention von Krankheiten auch in Form von Kapseln und Tabletten erhältlich. Kurkuma wird auch als Saft verarbeitet.

Kurkuma als Tee zubereiten

Kurkuma Turmeric Latte Tee Zubereitung

Goldene Milch – auch bekannt als Kurkuma Latte – enthält neben gemahlener Kurkuma etwa Zimt, Honig, Ingwer und oft auch eine Prise Pfeffer.
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Ihre heilende Wirkung entfaltet die Kurkuma-Knolle auch zubereitet als Tee. Ähnlich wie beim Ingwertee kann man hier je nach Geschmack die Zubereitung mit weiteren Kräutern verfeinern.
Besonders bekannt ist die Zubereitung als sogenannte goldene Milch. Ein solcher „Kurkuma Latte“ oder „Turmeric Latte“ enthält neben gemahlener Kurkuma etwa Zimt, Honig, Ingwer und oft auch eine Prise Pfeffer, die die Aufnahme des Wirkstoffes Curcumin im Körper erhöht. Auch etwas Kokosöl wird häufig hinzugefügt.

Zur Zubereitung wird die verwendete Pflanzen- oder Kuhmilch leicht erwärmt und mit den weiteren Zutaten verrührt. Da Kuhmilch entzündungsfördernde Eigenschaften aufweist, empfiehlt sich die Verwendung einer pflanzlichen Milch, etwa Mandelmilch. Die goldene Milch kann nach Belieben mit Honig, Ahornsirup oder Agavendicksaft gesüßt werden.

Weitere Anwendungsgebiete von Kurkuma

Neben seiner Anwendung als Gewürz in Speisen, in Tees und als gesundheitsfördernde Kapseln oder Tabletten wird Kurkuma auch in Kosmetikprodukten verarbeitet. Dies basiert auf der nachgesagten positiven Wirkung auf Haut und Haare.

Die Durchblutung der Haut wird durch Kurkuma angeregt, Rötungen oder Unreinheiten können dadurch gemindert werden. Dank ihrer antioxidativen Wirkung kann Kurkuma als kosmetischer Bestandteil helfen, natürliche Hautalterungsprozesse zu verlangsamen. Kurkuma hat einen ORAC-Wert von knapp 160.000 µmol Trolox pro 100 Gramm, was ihr sehr starke antioxidative Merkmale attestiert. Zum Vergleich: Andere Lebensmittel mit hohem ORAC-Wert sind etwa Zimt (knapp 270.000) und Açai-Mark, das einen ORAC-Wert von knapp 100.000 hat.

Kurkuma wird in den unterschiedlichsten Haut- und Haarpflege-Produkten verwendet; so etwa in Hautcremes, Anti-Falten-Cremes, als Bestandteil von Peelings oder in Pickel-Cremes.

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