Heilkräuter im Focus: das Johanniskraut

Johanniskraut


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Die Heilpflanzenkunde wird seit Jahrtausenden benutzt, um Leiden zu lindern und zu heilen. Heute wie damals hat sie ihre Berechtigung in der Heilkunde, nicht nur im Bereich der alternativen Medizin. Pflanzliche Drogen und die Zubereitungen daraus waren die Basis dessen, was wir heute Schulmedizin nennen. Es gibt eine ganze Reihe von modernen hochwirksamen Arzneizubereitungen, die aus Pflanzen oder daraus isolierten Wirkstoffen hergestellt werden. Beispiele für solche Phytopharmaka sind Herzmedikamente, die Digitalis aus der Fingerhutpflanze enthalten und pflanzliche Antidepressiva, deren Wirkstoff aus dem Johanniskraut stammt. Das heute vielfach eingesetzte Aspirin enthält als arzneilich wirksamen Inhaltsstoff Salicylsäure. Dieser schmerzlindernde, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkstoff hat seinen Ursprung in der Weidenrinde, auch wenn er heute nach dem Naturvorbild in chemischen Laboren nachgebaut wird.

Das Arzneimittelrecht für Phytopharmaka

Wer sich mit der Pflanzenheilkunde beschäftigt, kann für sich und seine Familie auf reine Naturprodukte als Medizin zurückgreifen. In der Pflanzenheilkunde werden die althergebrachten und durch Beobachtung gesammelten Erfahrungen heute durch wissenschaftliche Analysen der pflanzlichen Wirkstoffe bestätigt. Noch sind längst nicht alle Heilkräuter mit wissenschaftlichen Methoden untersucht. Dennoch konnten durch pharmakologische Untersuchungen die chemischen Strukturen von pflanzlichen Wirkstoffen wie beispielsweise Alkaloiden, Glykosiden, Vitaminen, Bitterstoffen und Saponinen geklärt werden.
Von der Pharmaindustrie werden sogenannte Fertigarzneimittel auf pflanzlicher Basis entwickelt. Diese Phytopharmaka müssen, wie alle anderen Fertigarzneimittel auch, nach den Bestimmungen des EU-Arzneimittelrechts geprüft und zugelassen werden. Das Zulassungsverfahren verlangt toxikologische und klinische Studien und den Nachweis des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes.

Johanniskraut – ein wirksames Heilkraut

Viele Menschen bevorzugen pflanzliche Medikamente. Eine besonders gut erforschte Heilpflanze ist das Johanniskraut (Hypericum perforatum). Die Pflanze begegnet dem Spaziergänger häufig an Weg- und Wiesenrändern. Johanniskraut liebt sonnige Plätze. Die leuchtenden gelben Blüten sehen aus, als hätten sie die Sonnenstrahlen eingefangen. Den Namen Johanniskraut verdankt die Pflanze dem Johannistag. Um den 24. Juni herum beginnt die Blütezeit der Heilpflanze. Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, färbt sich die Haut rot. In den gelben Blüten ist ein roter Saft enthalten, der früher zum Färben von Stoffen eingesetzt wurde.
Bereits der griechische Arzt Dioskurides kannte die Heilkraft des Johanniskrautes. Zunächst wurde es bei Wunden und Hautleiden eingesetzt. Im Mittelalter entdeckten die Heilkundigen die positive Wirkung der Heilpflanze auf die Psyche. Paracelsus schrieb über das Johanniskraut als Medizin „gegen die fürchterlich melancholischen Gedanken“.

Auch heute ist Johanniskraut eine gut verträgliche pflanzliche Alternative zur Behandlung von Schlafproblemen, Stimmungsschwankungen und innerer Unruhe. Johanniskraut wirkt nervenstärkend, ausgleichend und beruhigend. Zu beachten ist, dass während der Einnahme von Johanniskraut eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut auftreten kann.

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